Neuroaffirmative ADHS- und Autismusdiagnostik

Diagnostik bedeutet für mich, Menschen zu verstehen

Vielleicht haben Sie sich schon lange gefragt, warum sich vieles in Ihrem Leben anders anfühlt als bei anderen Menschen. Vielleicht haben Sie bereits den Verdacht, dass ADHS oder Autismus eine Erklärung sein könnte. Vielleicht haben Sie aber auch schon andere Diagnosen erhalten und trotzdem das Gefühl, dass wichtige Fragen offen geblieben sind.

Eine Diagnostik soll aus meiner Sicht mehr leisten, als diagnostische Kriterien zu überprüfen.

Sie soll helfen, das eigene Erleben zu verstehen.

Sie soll Zusammenhänge sichtbar machen, den bisherigen Lebensweg in einem neuen Licht erscheinen lassen und einen wertschätzenden, verständnisvollen Blick auf sich selbst ermöglichen.

Eine Diagnose ist dabei nicht das eigentliche Ziel. Sie ist ein möglicher Teil eines sorgfältigen diagnostischen Prozesses – und kann eine wertvolle Grundlage sein, um sich selbst besser zu verstehen.


Eine neuroaffirmative Haltung bedeutet für mich, Ihr Erleben ernst zu nehmen.

Viele Menschen beschäftigen sich bereits lange mit ADHS oder Autismus, bevor sie den Schritt in eine Diagnostik wagen. Sie lesen Fachliteratur, hören Podcasts, tauschen sich mit anderen Betroffenen aus oder erkennen sich in Erfahrungsberichten wieder. Nicht selten entsteht daraus eine eigene Vermutung oder Selbstdiagnose.

Diese Auseinandersetzung ist für mich kein Hindernis für eine sorgfältige Diagnostik.

Im Gegenteil.

Sie zeigt häufig, dass sich ein Mensch intensiv mit seinem eigenen Erleben beschäftigt hat und zum ersten Mal Erklärungen gefunden hat, die sich stimmig anfühlen.

Ich nehme diese Erfahrungen ernst.

Gleichzeitig gehört zu einer wissenschaftlich fundierten Diagnostik, alle möglichen Erklärungen sorgfältig zu prüfen. Gemeinsam betrachten wir deshalb nicht nur Hinweise auf ADHS oder Autismus, sondern auch andere Einflussfaktoren und mögliche Differentialdiagnosen. Das Ziel ist nicht, eine Vermutung zu bestätigen oder zu widerlegen, sondern gemeinsam die Erklärung zu finden, die Ihr Erleben am besten beschreibt.


Jeder Mensch ist anders. Deshalb ist auch jede Diagnostik anders.

Es gibt Menschen, bei denen sich diagnostische Fragestellungen bereits nach wenigen Terminen sicher beantworten lassen. Andere bringen komplexe Lebensgeschichten, Begleiterkrankungen oder Fragestellungen mit, die eine ausführlichere diagnostische Einordnung erfordern.

Deshalb arbeite ich bewusst nicht nach einem starren Schema.

Während des diagnostischen Prozesses entscheidet sich Schritt für Schritt, welche Gespräche, Interviews oder Testverfahren sinnvoll sind. Manche Menschen benötigen nur wenige Termine, andere profitieren von einer ausführlicheren Diagnostik.

Sie erhalten dabei genau die Diagnostik, die für Ihre Fragestellung notwendig ist – nicht mehr und nicht weniger.

Selbstverständlich bespreche ich den weiteren Ablauf transparent mit Ihnen, sodass Sie jederzeit wissen, welche nächsten Schritte geplant sind.


Diagnostik besteht aus weit mehr als Fragebögen.

Standardisierte Testverfahren und strukturierte Interviews bilden eine wichtige Grundlage einer wissenschaftlich fundierten Diagnostik.

Ebenso wichtig ist jedoch Ihre persönliche Geschichte.

Kein Fragebogen kann erzählen, wie es war, mit Ihren Stärken, Herausforderungen, Beziehungen und Erfahrungen aufzuwachsen.

Deshalb fließen Ihre Biografie, Ihr aktuelles Erleben, Ihre individuellen Bewältigungsstrategien und – sofern sinnvoll – Informationen aus Ihrem Umfeld in die diagnostische Gesamteinschätzung ein.

Ich möchte verstehen, wie Ihre Geschichte zu der Person geführt hat, die heute vor mir sitzt.

Erst aus diesem Gesamtbild entsteht eine fundierte diagnostische Einordnung.


Der schriftliche Befund ist Teil der Diagnostik – nicht nur ihre Zusammenfassung.

Nach Abschluss der Diagnostik erhalten Sie einen ausführlichen schriftlichen Befund sowie ein persönliches Rückmeldegespräch.

Mir ist wichtig, dass der Befund nicht nur dokumentiert, welche diagnostischen Kriterien erfüllt sind.

Er soll nachvollziehbar erklären, welche Zusammenhänge sich gezeigt haben, wie die diagnostische Einschätzung zustande gekommen ist und welche Bedeutung die Ergebnisse für Ihr Leben haben können.

Viele Menschen berichten, dass sie ihren Befund auch Monate oder Jahre später noch zur Hand nehmen und darin neue Zusammenhänge entdecken.

Deshalb lege ich großen Wert auf verständliche Sprache, wissenschaftliche Sorgfalt und eine individuelle, wertschätzende Formulierung.


Was bedeutet es, wenn keine ADHS- oder Autismusdiagnose gestellt wird?

Nicht jede Diagnostik endet mit einer ADHS- oder Autismusdiagnose.

Auch dieses Ergebnis kann wertvoll sein.

Gemeinsam besprechen wir ausführlich, welche Erkenntnisse sich aus der Diagnostik ergeben haben, welche Erklärungen Ihr Erleben möglicherweise besser beschreiben und welche nächsten Schritte sinnvoll sein können.

Mein Ziel ist nicht, möglichst viele Diagnosen zu vergeben.

Mein Ziel ist es, gemeinsam die Erklärung zu finden, die Ihrem Erleben am besten gerecht wird.


Mit welchen Fragestellungen können Sie sich an mich wenden?

Ich begleite Jugendliche und Erwachsene,

  • die den Verdacht auf ADHS oder Autismus haben,
  • die sich selbst besser verstehen möchten,
  • die bereits Diagnosen erhalten haben und eine differenzierte Einordnung wünschen,
  • oder die nach einer wissenschaftlich fundierten und neuroaffirmativen Diagnostik suchen.

Auch Menschen mit komplexen Fragestellungen, Masking-Strategien oder psychischen Begleiterkrankungen sind herzlich willkommen.


Sich selbst zu verstehen verändert oft mehr als jede Diagnose.

Eine Diagnose verändert nicht die Vergangenheit.

Sie kann jedoch verändern, wie wir sie verstehen.

Wenn Zusammenhänge sichtbar werden, Selbstzweifel nachlassen und ein freundlicherer Blick auf das eigene Leben entstehen kann, hat Diagnostik aus meiner Sicht ihren wichtigsten Zweck erfüllt.

Ich freue mich darauf, Sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

Eine Diagnose verändert nicht die Vergangenheit. Sie kann jedoch verändern, wie wir sie verstehen.